Von Koblenz nach Bordeaux

Der erste Tag ist super anstrengend. Ich fahre über 1100 Kilometer von Koblenz bis Bordeaux. Ich bin vorher noch nie alleine so weit gefahren. Ich bin ein bisschen Stolz auf mich. Es kommt mir vor wie ein Aufbruch. Ich trenne mich vom Wohlbehüteten normalen Leben und meistere viele für mich neue Herausforderungen. Das ist zwar etwas übertrieben. So eine Art Sicherheitsnetz habe ich ja schon. Zum Beispiel den ADAC Schutzbrief. Ich habe auch vorher dafür gesorgt, dass ich die drei Monate finanzieren kann. Aber mutig finde ich mich trotzdem.

Die letzten Dinge regeln

Ich fühle mich heute sehr gehetzt. Es gibt noch jede Menge zu organisieren. Dinge, die ich hier zu Hause ich am Desktop-PC erledige, müssen nun auch am Notebook funktionieren. Denn nur das nehme ich mit. Das ein oder andere klappt nicht nicht auf Anhieb.

Ich habe Angst wichtige Dinge zu vergessen.

Mein Mann ist super liebe und, wie immer fürsorglich. Obwohl er diese Woche auch auf Dienstreise ist, hat er gestern noch mit mir mein Fahrrad auseinander gebaut und ins Auto geladen. Meine 17-jährige Tochter ist immer noch auf dem Trip: Hoffentlich bist du bald weg – du nervst nur.

Nun wird es spannend

Zwei Nächte werde ich noch in Deutschland schlafen. Dann geht es los. Für mich ist das ein Abenteuer. Den Winter werde ich in Andalusien verbringe.

Alle wünschen mir einen schönen Urlaub. Dabei sehe ich das gar nicht als Urlaub. Ich wohne nur an einem anderen Ort. Der Winter in der deutschen Eifel war für mich schon immer eine Quälerei. In diesem Jahr habe ich das erste Mal die Chance dem zu entfliehen.