Hier noch einmal ein Beitrag der nicht direkt mit dem eigentlichen Blogthema zu tun hat. Aber eigentlich interessieren sich Geocacher doch für alles, oder? Mein Buch-Wunsch “Yoga-Geschichten” aus dem Verlag Freies Geistesleben wurde mir in der letzten Woche übersandt. Ich freue mich sehr, dass ich bei der Aktion „Blogg dein Buch“ mitmachen durfte, denn auch dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Hier meine Rezension zum Buch
Zu Beginn
Ich übe regelmäßig Yoga und habe auch eine Zeit lang regelmäßig eine Yogaschule besucht. Viele der theoretischen Erklärungen hatte ich schon einmal gehört. Ich habe dann wieder etwas Abstand von meinem „Yoga Weg“ genommen, weil mir viele Dinge zu spirituell wurden. Trotzdem hat mich dieses Buch angesprochen und ich fand es schön, die Erklärungen von Bernd Balaschus zu lesen.
Zum Inhalt
Ganz zu Beginn erklärt Bernd Balaschus die Bhagavadgita.
Geschichten hier sind: - Die Lehren der Bhagavadgita - Absichtsloses Tun
Sehr schön finde ich, wie der Autor zeigt, dass es sich bei der Bhagavadgita nicht nur um ein theoretisches und philosophisches Konstrukt handelt, das vor mehreren Jahrtausenden geschrieben wurde, sondern das ihre Weisheiten auch heute noch helfen können.
Mit dem nächsten Abschnitt, nämlich dem Abschnitt Lehrer-Schüler-Beziehung, habe ich persönlich mich etwas schwer getan.
Geschichten hier sind: - Hoffnungen und Wünsche des Schülers - Vertrauen in den Lehrer - Vorstellungen, wie der Lehrer sein soll - Konkrete Umsetzung - Das Zeitverständnis des Gurus - Ein Bauer auf dem Feld - Der Guru und sein Schüler - Über die Erleuchtung - Himalaya-Zedern wachsen langsam - Das Bad in der Gangesquelle - Der Schriftgelehrte - Wer ist der größere Guru? - Eine Flasche frischer Milch - Vishnu und sein Schüler - Der leere Magen - Auf der Suche nach mehr - Milarepa und der Hausbau - Die Lehrer des Dattatreya
Alle diese Geschichten handeln vom Vertrauen zu einem Lehrer. Hier spielt aber auch der eigene innere Lehrer eine Rolle und mit dieser Sichtweise kann ich mich dann wieder anfreunden.
Der Teil, in dem es um das innere und das äußere Schlachtfeld geht, hat mir besonders viel gebracht.
Geschichten hier sind - Der Yogi und die Maus - Der Missionar und der Hammer - Der Hund im Tempel der 1001 Spiegel - Die Welt in Ordnung bringen - Der Guru und die Steine - Der Unterschied zwischen Himmel und Hölle - Zwei Löwen - Pilot Baba - Die Krähe - Wunden - Ein Platz in der Hölle - Der Skorpion - Der eigene Schatten
Viele dieser Geschichten sind auch sehr schön für Nicht-Yogis geeignet. Gerade der Missionar und der Hammer erinnert sehr an die Weisheiten, die Paul Watzlawick in seinem Buch Anleitung zum Unglücklichsein auf ironische Art und Weise ganz unabhängig vom Yoga beschreibt.
Im vierten Bereich geht es um Dharma und Karma.
Die Geschichten hier sind - Der Schimmel - Der Riss in der Kanne - Der Esel im Brunnen - Mäntel im Wind - Der Sannyasin-König - Zeichen auf dem Weg - Der Johannisbrotbaum
Diese Geschichten handeln von der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Alles was geschieht hat Auswirkungen und bring Rückkoppelungen. Diese Rückkoppelungen stellen wieder einen Auslöser dar. So entsteht der ewige Kreislauf.
Besonders gelungen fand ich die Beschreibung der drei Yoga-Wege
Die Geschichten zum Bereich Karma-Yoga heißen - Handeln ohne auf die Früchte zu achten - Der Knochenjob | Die Brücke - Auf dem Markt - Der Karma-Yogi Bhagiratha - Die Tempel von Maheshvar - Der Löwe und die Maus - Der alte Sadhu und der Skorpion - Buthnath Baba Die Bhakti-Yoga Geschichten heißen - Gampopa und der Zahn - Vier Blumen - Mataji und Guruji - Das Geschenk - Mirabai - Zicklein zu verkaufen - Was können wir tun? - Der dritte Wunsch - Die Pilgerreise - Dattatreya Zu Jnana-Yoga gibt es folgende Geschichten - Die Spende und eine Rupie - Lesen ist das eine, danach handeln das andere - Narasimha oder Der Löwenmensch - Der Affe und die Brille | Das Geheimnis des Glücks - Die Macht der Worte | Wissen ohne Erfahrung - Der Blinde - Die leere Tasse - Der Idiot - Der Diamant - Vom wahren Glauben
Die Geschichte „Vom wahren Glauben“ hat mir am besten gefallen. Kein Weg ist für einen selber besser als der, den man überzeugt gehen kann, weil er mit den eigenen Erfahrungen und Untersuchungen übereinstimmt und von dem man weiß, dass er dem eigenen Wohle und dem von anderen dient.
Hintergründe – Autor
Die Geschichten wurden 2011 zusammengestellt und sind somit ganz frisch. Der Autor Bernd Balaschus machte zunächst eine Ausbildung als Organist an einer Kirchenmusikschule, studierte danach Architektur und war später bei Film und Fernsehen als Kameramann tätig. Im Zusammenhang mit dem Buch finde ich besonders interessant, dass er sieben Jahre in einem indischen Ashram in Indien lebte. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit dem Studium der Veden, des Sanskrit und der Mantra-Rezitation. Hier hat er wohl seinen Weg gefunden. Zurück in Deutschland gründete er “Shambhala tours & meditation” und die “InnerLight Seminare”. Aber auch in Indien ist er noch aktiv. Im indischen Himalaya gründete er den gemeinnützigen Verein “Shambhala e.V. und initiierte das Schulprojekt “Jamyang Ling”.
Meine Bewertung
” YOGA Geschichten ” ist sicherlich kein leichtes Buch. Es gibt viele theoretische Informationen und viele praktische Denkanstöße. Der Autor schafft es aber, die Geschichten unterhaltsam und spannend zu erzählen. Besonders gut fand ich, dass die Geschichten in einzelne Themengebiete eingeteilt wurden und immer von theoretischen Informationen und persönlichen Erfahrungen des Autors begleitet wurden. Diese Mischung macht das Buch sehr anspruchsvoll. Hier steckt wirklich mehr drin, als „nur“ Geschichten. Aber gerade diese alles einbeziehende Sichtweise war Grund, warum es für mich auch spannend war, dieses Buch zu lesen. Es ist immer wieder etwas Neues in den Erklärungen zu finden. ” Yoga-Geschichten ” ist ein interessantes Buch, weil es Theorie, praktische Erfahrungen mit unterhaltsamen Geschichten verbindet. Es stimmt natürlich nicht jeder mit allen Erklärungsansätzen überein – mich hat der Bereich in dem es um Gurus ging teilweise etwas abgeschreckt. Das alle Leser mit allen Ansichten übereinstimmern ist aber sicher auch nicht Ziel des Buches. Ich denke es will zum nachdenken anregen und das hat es bei mir geschafft.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
Hast du auch Interesse daran Bücher zu rezensieren, wenn du das Buch als Belohnung kostenlos zugesandt bekommst? Dann informiere dich doch einfach weiter auf der Internetseite von Blogg dein Buch.